Kompetenz(en)

Soziale Kompetenz

Die Kinder lernen aufeinander Rücksicht zu nehmen, die Bedürfnisse anderer Kinder wahrzunehmen. Sie übernehmen Verantwortung für ihr Tun, sind bereit Hilfe zu bieten und auch anzunehmen, mit Kritik umzugehen. Vieles im Wald ist besser mit Hilfe eines oder mehrerer anderen zu erreichen. Hierbei übt sich Geduld, Toleranz und das Zurückstellen oder Einfordern eigener Bedürfnisse. Beispiel: Die Kinder suchen gemeinsam Holzstöcke zum Stapeln eines Turmes. Dabei kann dann jeweils nur ein Kind einen Stock auf den Turm legen. Eine Wartesituation entsteht. Die Kinder lernen eigene Regeln (im Zusammenspiel mit anderen Kindern, Spielabsprachen) und die der Erwachsenen (z.B. an der Wegkreuzung stehen bleiben) beachten.

Emotionale Kompetenz

Die Kinder erleben jeden Tag ihre eigenen Gefühle und auch die anderer und lernen damit umzugehen. Vor allem so genannte negative Gefühle sind schwer zu akzeptieren. Zum Beispiel Enttäuschungen und Frustrationen muss ein Hohes Maß an Toleranz entgegengebracht werden. Die Stille des Waldes und die Unbegrenztheit des Raumes fördern den Abbau von Spannungen und bewirken Ausgeglichenheit. Wiederholte Erfahrungen dieser Art sind die Basis für das Vertrauen auf das eigene Leistungsvermögen.

Kognitive Kompetenz

Durch das freie Spiel mit den naturgegebenen Materialien üben die Kinder die zielgerichtete Aufmerksamkeit auf ihre Tätigkeit. Das ungestörte Spiel erhöht die Fähigkeit zur Konzentration. Da durch die Naturnähe Ursache und Wirkung eng miteinander verknüpft sind, lernen die Kinder Kausalzusammenhänge erkennen.

Motorische Kompetenz

Kinder im Kindergartenalter haben einen sehr hohen Bewegungsdrang. Sie wollen laufen, springen, klettern und so ihren Körper kennen- und fühlen lernen. Dadurch lernen sie außerdem zusätzlich unterschiedliche Umgebungen kennen. Das Laufen auf den unterschiedlichen Walduntergründen (weiches Laub, Steine, Erde) fordert und fördert den Körper und gleichsam den Gleichgewichtssinn, der für die weitere Entwicklung wichtig ist. Balancieren ist eine weitere Übung für diesen Sinn. Beim Laufen in unwegsamen Gelände werden zum Abfangen bei einem Sturz die Hände benutzt oder durch Ausgleichen mit dem Körper (geschicktes Gegensteuern) ein Sturz verhindert. Die grobmotorische Entwicklung ist der Grundstein für die Feinmotorik. Durch die gezielte Umsetzung der Handmotorik verbunden mit visuellen Abschätzungen wird die Auge-Hand-Koordination geübt. Das zielsichere Greifen nach einem Lärchenzapfen, das Aufheben von Tannennadeln wird erst durch die Zusammenarbeit von Auge und Hand möglich.